Montag, 23. Januar 2012

Reise zu sich selbst.

(Boah, was für ein elaborierter Titel ... Dazu mache ich irgendwann noch mehr!)

Warmth.



You say you need to travel far away, to make you think of something else.
Well, I think you'd find out if you'd dared to stay
That far away is a place inside yourself.


Im Grunde würde ich immerzu gerne reisen, wegfahren, mich irgendwo anders aufhalten.
Dabei geht es mir gar nicht so sehr ums Reisen selber; vielmehr sehne ich mich danach, nicht dort zu sein, wo ich bin.

Ich glaube, dass ein stilles Haus im Wald mir hilft, mich selbst zu finden (Thoreau hat es geholfen …), dass eine Reise nach Island meine Sehnsucht nach Weite stillt, dass eine Weltumsegelung mich der Einsamkeit näherbringt und uns versöhnt und dass ein Aufenthalt in der Südsee meine Sorgen und Ängste beruhigt.

Doch das alles ist ein Trugschluss.
Mich selbst finde ich nur in mir selbst – nicht in einer Hütte im Wald.
Meine Sehnsucht nach Weite stillt auch ein Spaziergang am Meer – und das liegt ganz in meiner Nähe.
Einsamkeit ist ein Konzept, das ich in meinem Alltag nicht kenne – warum sollte ich ihr überhaupt näherkommen wollen?
Meine Sorgen und Ängste drehen sich um mein Augenlicht und eine Zukunft, in der Medikamente, Arztbesuche und Unsicherheiten eine große Rolle spielen – das werde ich auch in der Südsee kaum ablegen.

Wichtig ist nicht, was passiert, sondern wie man damit umgeht.
Wichtig ist nicht, wo man ist, sondern was man aus der Umgebung macht.

Und weil mir kein passendes Schlusswort für diesen Post einfällt, frage ich einfach mal nach, wie es bei euch so aussieht.
Glaubt ihr, nur eine weite Reise kann euch zum Ziel bringen?
Ist abschalten im Alltag möglich und wenn ja, wie?
Wo genau findet man sich selbst?

Habt eine schöne, genussreiche Woche!

, Kati

2 gute Idee(n):

  1. oh ja, grundsätzlich kann ich deine thesen zur selbstfindung nur groß unterschreiben.
    dennoch glaube ich, dass die äusseren komponenten doch nicht ganz zu unterschätzen sind. ein baum wächst an der einen stelle besser als an der anderen, weil es seiner natur entspricht, dass er unter diesen oder jenen bedingungen besser/schlechter gedeiht. natürlich gibt es auch mutation - zum glück. sonst wären wir alle nicht da. (ob das ein glück für die erde wäre? vermutlich!)
    was ich sagen will: ja, ich glaube, dass es letztlich unsere aufgabe ist (falls wir uns auf sie einlassen), uns in uns selbst zu finden und zu "befreien" - dennoch schadet ein förderliches umfeld sicher nicht. in einer stillen umgebung gelingt es mir womöglich besser, abzuschalten. oder schlechter.
    will heissen: die frage lässt sich nur individuell beantworten.

    falls wir es nicht schaffen, im alltag abzuschalten, drehen wir irgendwann durch. die frage ist nur: wie abschalten? für mich ist es das abtauchen in die geschichten anderer: lesend, filme schauend, in gesprächen - quasi neben mich treten und den blick weiten.

    spannendes thema allemal!

    herzlich, d.

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  2. Ja, du hast recht: Oft hilft es, die gewohnte Umgebung zurückzulassen, um den Kopf frei zu kriegen.
    Aber manchmal steht man der Selbsterkenntnis mit den Gedankenkreiseln um "Ich könnte loslassen, wenn ich in einem Haus im Wald wäre" selbst im Weg.
    "Do what you can, with what you have, where you are.", sagte Theodore Roosevelt einst - und ich denke, er hat recht: Nutze diesen Moment in genau dieser Situation. Und vielleicht kommt man damit oft weiter, als man denkt.

    Glücklicherweise fahre ich trotzdem jetzt für vier Tage nach Rügen, um ein wenig Stille und Seeluft in meinen Kopf zu kriegen.

    Alles Liebe für dich/euch!
    Kati

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